Was bedeutet Champagner für dich? Für viele von uns steht das Knallen einer Flasche für Feste, Feiern, Abschlüsse, Geburtstage oder Hochzeiten. Aus Sicht der Speisenbegleitung ist Champagner außerdem ein wahres Universalwerkzeug: Er passt zu den meisten Gerichten – von Vorspeisen und Hauptgängen über Snacks bis hin zur Nachmittagsteezeit. F. Scott Fitzgerald sagte einmal: „Zu viel von allem ist schlecht, aber zu viel Champagner ist genau richtig.“ Doch wenn es darum geht, dieses Luxusprodukt zu kaufen, verstehen wir wirklich, wofür wir bezahlen?
Häuser, Genossenschaften und Winzer: Was ist der Unterschied?
Champagner kommt ausschließlich aus der Champagne-Region. Innerhalb der Region gibt es drei Arten von Erzeugern: Häuser, Genossenschaften (Coopératives) und Winzer. Champagnerhäuser bestimmen in der Regel die Marktnachfrage; einige von ihnen besitzen eigene Weinberge, aber der Großteil ihrer Trauben wird von lokalen Winzern geliefert, um die hohe Produktionsnachfrage zu decken. Sie verschneiden Trauben aus verschiedenen Unterregionen und Jahrgängen für ihren Haus-Champagner. Käufer können diese Stile leicht in Marken wie Moët & Chandon, Veuve Clicquot und Laurent-Perrier finden. Winzer-Champagner-Erzeuger hingegen besitzen Weinberge und haben die Möglichkeit, den Champagner mit ihren eigenen Händen herzustellen, indem sie Trauben pflanzen, anbauen und ernten. Allerdings stellen nicht viele von ihnen ihren eigenen Champagner her. Tatsächlich produzieren nur 25 % der Traubenanbauer überhaupt Champagner, und Winzer-Champagner macht nur etwa 18 % der Gesamtproduktion in der Champagne aus. Der Rest verkauft seine Trauben an Champagnerhäuser und Genossenschaften.
Was ist so besonders an Winzer-Champagner?
Es gibt einen Grund, warum Winzer-Champagner oft als handwerklicher Champagner beschrieben wird. Während Winzer-Champagnerhäuser meist Familienbetriebe sind, stammen ihre Trauben aus einzelnen Weinbergen oder Lagen in der Nähe des Weinguts und sind tendenziell stärker „terroir-fokussiert“. Dadurch hinterlässt Winzer-Champagner in der Regel einen ausgeprägten Eindruck, der auf den Charakter seiner Herkunft hinweist. Terroir-geprägte Winzer-Champagner besitzen einen unverwechselbaren Stil, während die großen Champagnerhäuser eher einen konsistenten, leicht erkennbaren und einheitlichen Stil produzieren.
Larmandier-Bernier
Larmandier-Bernier ist einer der Vorreiter der Winzer-Champagner-Bewegung. Obwohl sie nur eine sehr kleine Produktion haben, steht für sie Authentizität im Mittelpunkt – sie glauben daran, das Terroir jeder einzelnen Parzelle zu respektieren. Sie füllen ihren Champagner aus bestimmten Lagen in Dörfern mit individuellem Terroir ab und verschneiden verschiedene Terroirs innerhalb der Region. Winzer arbeiten jedes Jahr mit denselben Parzellen, und die Trauben sind stets den spezifischen Klima- und Wetterbedingungen des Jahrgangs ausgesetzt. Genau diese feinen Unterschiede machen ihren Champagner so attraktiv und charaktervoll.
Vilmart & Cie
Neben dem Fokus auf das Terroir legen einige Winzer-Champagner-Erzeuger auch großen Wert auf die Kellertechnik, um ihre Einzigartigkeit zu schaffen. Vilmart & Cie, am Markt als „Mini Krug“ bekannt, erzeugt elegante Champagner auf höchstem Qualitätsniveau. Biologischer Weinbau, extrem niedrige Erträge mit bemerkenswerter Fruchtklarheit, Gärung und Reifung für eine gewisse Zeit in Eichenholz – all diese Praktiken betrachten sie als den wirksamsten Weg, um ein volles Spektrum an Aromen, Geschmack und Textur zu entwickeln.
Egly-Ouriet
Egly-Ouriet ist das Kult-Champagnerhaus für alle, die die Kraft und Finesse Pinot-Noir-basierter Weine suchen. Die Weinberge liegen in der Unterregion Ambonnay. Die Grundweine spiegeln ein unverkennbares Gefühl von Fülle wider, bedingt durch den hohen Anteil an roten Trauben, burgundisch inspirierte Vinifikation und lange Lagerung auf der Hefe. Das Haus wählt perfekt reife Trauben aus und baut die Weine länger im Fass aus als fast jedes andere Champagnerhaus – Praktiken, die seine Kunst von der Masse abheben. Das Ergebnis sind lagerfähige Champagner: kräftige, konzentrierte und ausdrucksstarke, Pinot-Noir-basierte Champagner.
Jacques Selosse
Jacques Selosse ist ein Pionier unter den Winzer-Champagnererzeugern, der den naturnahen, gesunden Weinbau in die Champagne gebracht hat. Winzige Anbauflächen mit niedrigen Erträgen, arbeitsintensiver biologischer Weinbau für chemiefreie Weinberge führen zu einer sehr begrenzten Produktion. Die Winzer setzen auf innovative Vinifikationstechniken, darunter Gärung mit weinbergseigenen Hefen und Bâtonnage der Grundweine. Bevor der Champagner auf den Markt kommt, benötigt er in der Regel mehrere zusätzliche Jahre Lagerung nach dem Degorgieren, um sein volles Potenzial zu zeigen – ein wichtiger Grund für die hohen Preise von Jacques-Selosse-Champagner. Champagner hat weit mehr zu bieten als nur Requisite für Feiern oder Luxusprodukt zu sein. Die besondere Sorgfalt und das geerbte handwerkliche Können der Winzer können unbezahlbar und von unschätzbarem Wert sein. Jeder Winzer-Champagner hat seine eigenen Merkmale und einen einzigartigen Stil – lasst uns gemeinsam die großartigen Winzer der Champagne entdecken!

