Gevrey-Chambertin hat sich von einer Identität der 1980er‑Jahre mit „maskuliner“ Rustikalität und harten Tanninen zu einer modernen Ära gewandelt, die von ätherischer Reinheit geprägt ist. Während die 1990er und frühen 2000er Jahre von einem Trend zu starker Extraktion und dem Einsatz neuer Eiche zur Erzeugung „reichhaltigerer“ Weine bestimmt waren, verfolgen die heutigen Spitzenproduzenten wie Arnaud Mortet und Duroché zunehmend eine Philosophie der „Infusion“. Dieser Wandel priorisiert knackige rote Frucht und mineralische Transparenz, wobei deutlich weniger Eiche eingesetzt wird, sodass das Holz den zarten Pinot‑Noir‑Charakter einrahmt, anstatt ihn zu überdecken.

Der Klimawandel hat die Bewirtschaftung der Weinberge in der Region grundlegend verändert und die Herausforderung von der Erlangung ausreichender Reife zur Erhaltung der Säure verlagert. Da sich die Lesezeitpunkte nach vorne verschieben und die Alkoholgehalte steigen, setzen die Winzer vermehrt auf Ganztraubengärung – die Beibehaltung der Stiele sorgt für eine „kühle“ aromatische Frische und strukturelle Spannung, die die reifere, sonnenverwöhnte Frucht ausbalanciert. Diese Entwicklung stellt sicher, dass die Weine selbst in wärmeren Jahren die Spannung und den „steinigen“ Charakter bewahren, die mit Gevreys kalkreichem Terroir gleichgesetzt werden.

Mit einem Budget von 800 bis 1.500 HKD können Sie die „Kultsteuer“ der Grand Crus umgehen und außergewöhnliche Werte in hochgelegenen Premier Crus wie Les Cazetiers oder Altrebiger‑Dorflagen aus alten Reben von Meistern wie Fourrier oder Trapet finden. In dieser Spanne lohnt sich der Jahrgang 2019 für seine schiere Konzentration oder 2021 für eine Rückkehr zu einem klassischeren, säurebetonten Stil. Diese Weine bieten eine anspruchsvolle Balance zwischen der historischen Kraft des Dorfes und der heutigen Nachfrage nach Eleganz und Trinkfreude.

Wie es so schön heißt: In Burgund folgt man dem Terroir. Sie liegen kaum falsch, wenn Sie Ihre Auswahl an der Höhe des Weinbergs und seiner Nähe zu den kühlen Talwinden der Combe de Lavaux ausrichten. Wenn Sie den modernen, „steinigen“ Stil mit Eleganz und Spannung bevorzugen, konzentrieren Sie sich auf höher gelegene Weinberge wie Les Cazetiers oder Estournelles‑Saint‑Jacques. Diese Lagen bringen „feingliedrige“ Weine mit einem mineralischen Biss und floralen Aromen hervor, die ihr Preisniveau häufig übertreffen, indem sie eine Präzision bieten, die sonst typischerweise den Grand Crus vorbehalten ist. Produzenten wie Henri Magnien und Duroché glänzen hier, indem sie eine helle, salzige Note einfangen, die das Kalksteinterroir des Dorfes betont, ohne die Schwere starker Extraktion.

Wenn Sie hingegen die historische, breitere Kraft von Gevrey‑Chambertin mit einem polierten, seidigen Finish suchen, richten Sie Ihren Blick auf Weinberge am Rand des Grand‑Cru‑Gürtels wie Aux Combottes oder Lavaux Saint‑Jacques. Diese „Climats“ bieten ein dunkleres Fruchtprofil – denken Sie an Blaubeeren und Lakritze – und eine tiefere, fleischigere Textur, die die reicheren Böden des südlichen Hangs widerspiegelt. Für das beste Preis‑Leistungs‑Verhältnis auf dem heutigen Markt bieten Domaine Arlaud und Heresztyn‑Mazzini hervorragende Interpretationen dieser Lagen, indem sie Gevreys charakteristische strukturelle „Muskeln“ mit dem heutigen Fokus auf Fruchtreinheit und feine, zugängliche Tannine in Einklang bringen.