Die Erforschung von Familienstammbäumen ist eine Möglichkeit, Burgund zu verstehen – und diese Aufgabe ist nie abgeschlossen. Nur zum Spaß beschließt das Team WWX, den Fokus von Nachnamen auf Vornamen zu verlagern! Die heutigen Fragen für Burgund-Nerds: Wie viele Henris aus dem Burgund kennst du? Wir lieben diese vier. Verschaffe dir einen schnellen Überblick über ihre kurzen Geschichten und ihre Weinstile.

Henri Gouges

Accueil

7, Rue du Moulin – 21700 Nuits Saint Georges

Im Jahr 1920 begann Henri Gouges, sein Schicksal als burgundischer Winzer auszuschöpfen. Er gehörte zu den Ersten, die ihre Weine unter eigenem Namen abfüllten, als er zunächst bei Pariser Weinliebhabern und später bei amerikanischen Trinkern an Popularität gewann.

Weinstil

Das Weingut liefert elegante, präzise, fruchtbetonte Weine, die vom Terroir von Nuits-St-Georges erzählen. Der eine Gouges, den man probiert haben muss, ist vielleicht ihr Weißwein La Perrière, der statt aus Chardonnay im Grunde ein weißer Pinot Noir ist. Diese Entdeckung wurde in den 1940er Jahren gemacht, als Henri Gouges die Reben nach dem Farbumschlag der Beeren (Véraison) kontrollierte. Diese besondere Pinot-Noir-Rebe, die ausschließlich weiße Trauben hervorbringt, wurde später vermehrt und „Pinot Gouges“ genannt.

 

Henri Boillot

http://www.henri-boillot.com/

Z.A. les Champs-Lins – 21190 Meursault

Henri Boillot entstand zunächst 1995 als Négoce-Betrieb. Das Familienweingut Jean Boillot wurde erst ab 2005 in Domaine Henri Boillot umbenannt. Henri Boillot ist einer jener Wegbereiter, die beweisen, dass sowohl Domaine- als auch Négoce-Abfüllungen gleichermaßen ausgezeichnete Qualität bieten können.

Weinstil

Alle Abfüllungen spiegeln Boillots Fähigkeit wider, Weine zu erzeugen, die großzügig und doch elegant, präzise und doch poetisch sind. In Boillots Worten ist das das Ergebnis, wenn man Leidenschaft und Präzision miteinander verbindet. Der eine Wein, den man probiert haben muss, ist der Chardonnay aus dem Clos de la Mouchère in Puligny-Montrachet, einer Monopollage, die sich seit den Tagen im Besitz befindet, als Henri Boillots Großvater das Weingut gründete. Das Weingut wird heute von Henri Boillot und seinem Sohn Guillaume geführt, der 2008 zu seinem Vater stieß.

Henri Rebourseau

https://www.domaine-rebourseau.fr/home

10 Place du Monument – 21220 Gevrey Chambertin

Henri Rebourseau war ein Veteran des Ersten Weltkriegs – er kämpfte an der Front, bevor er 1919 in das Gevrey-Weingut zurückkehrte, wo er sich sowohl um die Reben als auch um die Belange der Gemeinde kümmerte, indem er das Amt des Präsidenten des Chambertin-Syndikats übernahm.

Weinstil

Der Stil von Rebourseau ist entschieden traditionalistisch (und sie sind überhaupt keine Fans von Ganztraubenvergärung) – man kann aristokratische, feste Weine mit großer Tiefe und Struktur erwarten, insbesondere von ihren Abfüllungen aus Gevrey. Die einzige Abfüllung, die sie außerhalb von Gevrey-Chambertin produzieren, ist ein Clos de Vougeot, bei dem Rebourseau einen recht stattlichen Besitz von 2,21 Hektar Reben im Herzen der ummauerten 50-ha-Grand-Cru-Lage hat.

Henri Richard

75 Route de Beaune 21220 Gevrey-Chambertin

Henri Richard kann auf eine kürzere Geschichte zurückblicken als Henri Rebourseau. Gründer Jean Richard kam aus einer Küferfamilie. Die ersten Reben wurden 1938 gekauft. Sohn Henri Richard trat ein Jahr später in das Weingut ein. Ihre Weine lassen sich gut mit denen von Henri Rebourseau vergleichen.

Weinstil

Bei Henri Richard wird seit 2013 mit teilweiser Ganztraubenvergärung experimentiert; zusammen mit der biodynamischen Umstellung seit 2005 ergibt das eine sauberere, stärker von Fruchtreinheit geprägte Interpretation von Gevrey. Dies ist ein Weingut, das man im Auge behalten sollte, da es seinen Fokus langsam von der Rolle des Traubenerzeugers, der den Großteil seiner Trauben verkauft, hin zu einem Betrieb verlagert, der selbst ausbaut.